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DRK
Kreisverband
Südwestpfalz e.V.


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Erste Hilfe für die Seele

Es gibt Momente, in denen Menschen durch plötzlich eintretende Not- und Unglücksfälle aus der Normalität ihres Lebens gerissen werden. Wenn Eltern durch das plötzliche Versterben ihres Kindes wie gelähmt sind, die Polizei nach einem schweren Verkehrsunfall der Familie die Nachricht über den Tod des Vaters überbringen muss.

Kriseninterventionshelfer bei der Betreuung eines Kindes.
Foto: M. Richter / DRK

Sowohl in diesen schweren Stunden als auch in anderen akuten Krisensituationen leisten - zumeist ehrenamtliche - Kriseninterventionshelfer des Deutschen Roten Kreuzes "Erste Hilfe für die Seele" und psychosoziale Akuthilfe für Betroffene. Sie sind da, hören zu, begleiten.

Zum Einsatz geht es immer mindestens zu zweit, damit im Rahmen der kurzfristigen Begleitung und individuellen Betreuung Betroffene auch bei organisatorischen Aufgaben unterstützt und das soziale Netz oder weiterführende Hilfen mobilisiert werden können.

"Wir arbeiten fast immer in Grenzsituationen." Wer sich wie Sandra Bergmann, Leiterin des 35-köpfigen Notfallnachsorgedienst-Teams im DRK Kreisverband Freiburg, als Kriseninterventionshelfer engagiert, trifft auf Menschen, die gerade mit schweren Schicksalsschlägen konfrontiert wurden. Sandra Bergmann gesteht zu, dass die Arbeit "oft sehr berührend, traurig und belastend" sein kann. Doch schon in der spezifischen Ausbildung, für die DRK-einheitliche Mindeststandards existieren, lernen die Helfer, "sich ihrer Rolle bewusst zu sein" und sich – trotz der zum Teil sehr intensiven Begleitung – nicht mit dem Schicksal der Betroffenen zu identifizieren. Sandra Bergmann: "Wir können ganz tief mitfühlen, aber wir dürfen nicht mitleiden."

Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) - Erste Hilfe für die Seele

Vor unvorhersehbaren Ereignissen wie Unfällen, Feuer, plötzlichen Erkrankungen und Tod ist niemand geschützt. Es gibt Momente, in denen Menschen durch plötzlich eintretende Not- und Unglücksfälle aus der Normalität ihres Lebens gerissen werden. Wenn Eltern durch das plötzliche Versterben ihres Kindes wie gelähmt sind, die Polizei nach einem schweren Verkehrsunfall der Familie die Nachricht über den Tod des Vaters überbringen muss.

Für diese Form von Einsätzen hat der DRK-KV Südwestpfalz eine PSNV-Gruppe im Einsatz. Die Mitarbeiter dieser Gruppe helfen Menschen, die sich in akuten
psychosozialen Krisen befinden, durch menschliche
Zuwendung, Begleitung, Beratung und adäquate
Vermittlung.

Die Psychosoziale Notfallversorgung ist der Oberbegriff für alle psychosozialen Unterstützungen von Menschen in Krisensituationen.

Die psychosoziale Unterstützung gilt:

• verletzten & erkrankten Personen
• unverletzten Betroffenen, Augenzeugen
• Angehörigen
• Ersthelfern und
• Einsatzpersonal

Die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) im Kreis Südwestpfalz wird in zwei Aufgabenfelder unterteilt. 

Krisenintervention

Krisenintervention ist eine kurzfristig einsetzbare, zeitlich begrenzte Begleitung von unmittelbar betroffenen Personen. Die Krisenintervention versteht sich als psychische und soziale erste Hilfe, sie ist keine Therapie. Sie wendet sich an Menschen, die nach einem besonders belastenden, traumatischen Erlebnis momentan nicht in der Lage sind, dieses zu verarbeiten. Vorrangiges Ziel der Krisenintervention ist die kompetente menschliche Begleitung und Betreuung von Menschen bei der Bewältigung einer schwierigen Lebenssituation. Diese Akuthilfe soll nur so lange gewährt werden, bis sich die Betroffenen in einem stabilen sozialen Umfeld (Familie, Freunde etc) befinden oder in fachkundige
Begleitung vermittelt werden können.

Psychosoziale Unterstützung für Einsatzkräfte

Einsatzkräfte handeln in Einsätzen mit hoher medizinischer und technischer
Professionalität. Der Umgang mit Leid, Trauer und Tod, einer Vielzahl an Verletzten oder das Arbeiten im Blickpunkt der Öffentlichkeit können für die Retter als belastend erlebt werden und führen unter Umständen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Die psychosoziale Unterstützung von Einsatzkräften verfolgt drei Ziele:

  • Die Vorbereitung von Einsatzkräften auf belastende Einsatzsituationen durch Aus-, Fort- und Weiterbildung, „Vorsorge“

  • Begleitung und Betreuung während Einsätzen, sowohl im Alltag als auch bei besonderen Ereignissen, „Begleitung“

  • Das Angebot einer angemessenen, differenzierten Einsatzaufarbeitung,„Nachsorge“ Psychosoziale Unterstützung sollen alle Kräfte im DRK erfahren, die akut oder häufig mit belastenden Einsatzsituationen konfrontiert werden können.


Dies sind insbesondere:

  • vorwiegend hauptamtlich tätige Einsatzkräfte: Rettungsdienst-Personal(Rettungshelfer, Rettungssanitäter, Rettungsassistenten)

  • Freiwillige im Freiwilligen Sozialen Jahr in Rettungs- und Pflegediensten

  • Haupt- und ehrenamtliche Kräfte im Bereich der sozialen Arbeit und Altenhilfe


Der Kriseninterventionsdienst arbeitet primär im Gebiet des Landkreises Südwestpfalz und den Städten Pirmasens und Zweibrücken. Der Einsatz des Kriseninterventionsdienstes sollte mit den zu betreuenden Personen vorher abgesprochen sein.

Unser Team kann zu jeder Tages- und Nachtzeit von Einsatzkräften der Polizei, der Feuerwehr, des Rettungsdienstes, von Krankenhäusern und hausärztlichen Diensten angefordert werden.

Wählen sie hierfür gebührenfrei die 112


Wir sind, abhängig von Tageszeit und Entfernung, innerhalb von 30 bis 60 Minuten am Einsatzort.


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